Naturkundliche Ausstellung - Bericht 2025
Öffnung der Naturkundlichen Ausstellung der NABU-Gruppe Bindsachsen (seit 1978)
Raritäten unserer heimischen Tierwelt
Nur eine Armlänge entfernt steht ein Mädchen vor dem scheuen Wildkatzenkater und schaut ihm intensiv in die Augen. Was in freier Natur ganz sicher nicht möglich wäre, ist im Naturkundlichen Ausstellungsraum der NABU-Gruppe Bindsachsen Realität. Denn das seltene Tier ist ein wunderschönes Präparat, das man in aller Ruhe betrachten und bewundern kann. Und noch viele weitere Kostbarkeiten aus unserer heimischen Tierwelt gibt es hier in allernächster Nähe zu bestaunen: Uhu, Eisvogel und Bekassine, Sumpfohreule und Wespenbussard, Heckenbraunelle und Bluthänfling, Biber und Iltis und viele weitere Präparate, die über Jahrzehnte als Totfunde gesammelt und fachmännisch präpariert wurden. Etliche der Vögel sind in der freien Natur selten geworden und dadurch auf die Rote Liste der bedrohten und gefährdeten Arten gerückt.
Aus einem Steinbruch ganz in unserer Nähe wird ein in vielen Millionen Jahren zu Braunkohle verwittertes Holzstück aus einem Urwaldriesen gezeigt, der in einer Sandschicht unter einer 40 Meter mächtigen Basaltwand gefunden wurde. Einen durch falschen Kraftstoff zerstörter Pkw-Katalysator gibt es zu sehen, früher alltäglich benutzte Hemdenknöpfe aus Perlmutt werden gezeigt, die aus Muschelschalen hergestellt sind und ein weißer Maulwurf, der zufällig im Nachbardorf Gelnhaar in einem Hausgarten gefangen wurde – ganz im Gegensatz zu einem Berufsmaulwurfsfänger in England, der täglich bis zu 50 Maulwürfe fängt und dem erstmals nach 30 Jahren Berufsausübung ein weißer Maulwurf in die Falle ging. Alles also höchst interessante Dinge, die außergewöhnlich sind und einen Besuch lohnen.
Ein weiterer Höhepunkt ist das Präparat einer Trappe aus einer aufgegebenen Sammlung. Trappen sind eine Großvogelart, die es heute in Deutschland nur noch in Brandenburg in ganz kleiner Zahl gibt. Ist dieses Präparat in der Naturkundlichen Ausstellung tatsächlich – wie in einem Bericht im „Allgemeiner Anzeiger für den Kreis Büdingen“ vom 18. April 1887 zu lesen ist, der „von Herrn Hammel in Düdelsheim im Haincher Gemeindewald erlegte Trapp, welcher eine Flügelspannweite von 2,25 Meter hat“?





