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Steinbachtal die Entstehung

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Teichbau im Steinbachtal


Schon monatelang können wir kaum erwarten, dass die Teichbauarbeiten im Steinbachtal endlich beginnen. Zuerst klappt es wochenlang nicht mit dem Wetter: viel zu viel Regen macht den Einsatz von schwerem Gerät, das dort aber unbedingt zum Einsatz kommen muss, unmöglich. Und dann wäre bereits nur wenige Stunden nach Beginn der Erdarbeiten fast schon das ganze Projekt zu Ende gewesen, denn Wolfgang Schleich rutschte mit dem Bagger vom gerade erst modellierten Damm herunter. Gott sei Dank wurde er bei dieser Aktion weder verletzt, noch ist ihm schlimmeres passiert. Und auch der schwere Bagger konnte mit Hilfe eines zweiten Baggers und anstrengenden Bergearbeiten bis mitten in die Nacht hinein tatsächlich geborgen werden. Eine teure Aktion mit dem Einsatz eines professionellen Autokranwagens, die wahrscheinlich das gesamte Kapital verschlungen hätte, konnte gerade noch haarscharf vermieden werden.

 

So wenig, wie der Anfang der Aktion unter einem guten Stern stand, so überragend professionell und hervorragend gelungen konnten die umfangreichen Erdbewegungen gegen Ende August 2023 abgeschlossen werden – so weit der Vorgriff des Chronisten. Jeden Tag mussten wir Neugierigen – das waren vor allem Reinhold Bläsing und Gerhard Seidel von der Natur- und Vogelschutzgruppe Wolferborn und ich – uns auf der Baustelle meist völlig neu orientieren: Wolfgang hatte nämlich auf der Suche nach wasserundurchlässigem Material für die Dämme das am Tag vorher gestaltete Areal oft wieder großflächig regelrecht „umgekrempelt“.

Auch dazu musste er wieder und wieder mit dem Bagger auf den Dämmen regelrecht balancieren. Gott sei Dank ging jetzt alles gut. Wolfgang Schleich hatte in Murad, einem Äthiopier, und Erhard Weitzel zwei fleißige und kompetente Helfer, die ihn bei den umfangreichen Arbeiten unterstützten.

 

Ich staunte immer wieder neu, welch unterschiedlichen Materialien und in welchen Mengen Erhard mit dem Lkw ständig neu herbeischaffte und an der Baustelle abkippte: Basaltsteine und –splitt, mächtige Felsbrocken, Bretter, Eichen- und Lärchenstämme. Alles wurde be- und verarbeitet und fand schließlich seinen vorgesehenen Platz. Allmählich nahm das riesige Erdloch mehr und mehr Gestalt an. Den Damm zwischen den beiden ehemaligen Fischteichen ließ Wolfgang als Insel stehen und auch als stabile Basis für einen Storchenmast . Eine Arbeit, die Wolfgang besonders am Herzen lag, war schon gleich zu Beginn in Angriff genommen worden, nämlich der Bau einer künstlichen Brutwand für den Eisvogel. Zwei mächtige Eichenstämme, mit viel Geschick mit dem Bagger tief in die Erde gerammt, bilden die stabilen „Eckpfosten“ für eine von Murad, Wolfgangs äthiopischem Helfer, dick mit Lehm verschmierte senkrechte Wand, in die drei Einfluglöcher eingearbeitet wurden. Hinter diesen befinden sich im Damm ebenfalls drei künstliche Brutkästen für diesen seltenen Vogel, den fliegenden Diamanten.

 

Wolfgang ist sich für keine Arbeit zu schade: ob Nivelliergerät, Motorsäge, Hammer, Akkuschrauber oder Flachschippe – wichtig für ihn ist, dass die Arbeiten erfolgreich verlaufen. Und jeden Tag hat er neue kreative Ideen. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Storchenmast und ein großes Insektenhotel  sowie ein Hirschkäferbrutplatz eingerichtet wurden und inzwischen auch eine Bank gute Möglichkeiten zur stillen Beobachtung der Pflanzen- und Tierwelt bietet.

 

Allmählich ist Wolfgang mit den Erdarbeiten so weit vorangeschritten, dass das riesige Erdloch so allmählich geflutet werden kann. Dazu sind nur noch ein paar kleinere Eingriffe am Einlauf des Steinbachs notwendig, alles andere hatte Wolfgang schon systematisch und mit großer Übersicht entsprechend vorbereitet.
In wenigen Wochen wird die neue und deutlich vergrößerte Amphibienanlage im Steinbachtal wieder bewachsen sein und einen wertvollen Lebensraum bieten.

Zum Abschluss meines Berichtes möchte ich noch einmal am Beispiel der künstlichen Eisvogel-Nistwand exemplarisch zeigen, wie intelligent und geschickt Wolfgang Schleich diesen neuen und äußerst wertvollen Lebensraum für wildlebende Tiere und wildwachsende Pflanzen im Steinbachtal gestaltet hat:

 

Links unten sieht man den neugestalteten Lauf des Steinbachs mit neu angelegten kleineren Nebenmulden und einem Wasserfall. Direkt vor der Eisvogel-Nistwand wurde das Wasser aufgestaut, um Moderlieschen und anderen Futterfischen des Eisvogels einen neuen Lebensraum zu bieten. Diese Wasserfläche wird ständig mit sauerstoffreichem Überlaufwasser aus der großen Teichfläche aufgefüllt. Es läuft dann ebenfalls über einen kleinen Wasserfall in den Steinbach ab.

Anzumerken ist noch, dass Wolfgang auch für Starkregen- und Hochwasserereignisse Vorsorge getroffen hat. In den Dämmen der unterschiedlich tiefen und miteinander korrespondierenden einzelnen Wasserflächen sind entsprechende Rohre und Überlaufmöglichkeiten eingebaut.
 

Besser kann man es nicht machen – und hier ist unser Held auf der rechten Seite !                                                 

 

Danke Wolfgang

 

Für eine visuelle Vergrößerung bitte Bilder anklicken. 

 

Text von Alfred Leiß

Fotos von Helga und Alfred Leiß