Naturkundliches Informations- und Ausstellungszentrum
2025 Einblick in spannende biologische Sachverhalte
Anlässlich der Öffnung der Naturkundlichen Ausstellung der NABU-Gruppe Bindsachsen im DGH Bindsachsen besuchten zahlreiche Interessierte aus der näheren und weiteren Umgebung die einmalige Sammlung von heimischen Vögeln, Kleinsäugern und vielen weiteren interessanten Präparaten und Objekten.
Auch der Bürgermeister der Gemeinde Kefenrod, Markus Gerlach, hörte sich mit großem Interesse die spannenden Erläuterungen an. Uhu und Auerhahn, Rebhuhn und Wachtel sowie viele weitere Vogelarten unserer Heimat wurden angesprochen und vorgestellt, zusätzlich auch Biber und Wildkatze, Bachforelle und viele Amphibienarten. Auch versteintes Holz und Millionen Jahre altes inkohltes Holz von einem Urwaldriesen aus dem Basaltsteinbruch in Rinderbügen wurde gezeigt. Sogar ein mit falschem Benzin betankter und deshalb ausgebrannter Katalysator und Perlmutt-Hemdenknöpfe aus heimischen Muschelschalen konnte man sehen.
Die Fülle der vorbildlich präsentierten Präparate in diesem einzigartigen Ausstellungsraum ist enorm. Weil daher aus Zeitgründen noch viele Fragen unbeantwortet bleiben mussten, wird die sehenswerte Ausstellung auf jeden Fall zu einem neuen Termin erneut zu besuchen sein.
Durch die Ausstellung führte der Vorsitzende Alfred Leiß. Er beantwortete viele Fragen rund um die über 500 Präparate, die alle mit Namensschildchen versehen sind. Bei Kaffee, Kuchen, Würstchen und frisch gebackenen Waffeln, die engagierte und gut gelaunte Vorstandsmitglieder bereithielten, wurden die Besucherinnen und Besucher auf die Arbeit der Gruppe aufmerksam gemacht und für den Schutz der heimischen Natur interessiert. Der Vorstand des NABU Bindsachsen dankt den zahlreichen Besuchern für ihr Kommen und die netten Gespräche.
Auf dem linken Foto sind zu sehen :
Alfred Leiß, Markus Gerlach, Jens Müller (v.l.n.r.)
Auf dem rechten Foto ist der Nabu-Ausstellungsraum zu sehen.
Text : Alfred Leiß
Fotos : Ramona Müller
im Kellerraum des DGH eröffnet am 29.Juni 1980
im ehemaligen Schulsaal im DGH eröffnet am 17. Oktober 1993
Die zahlreichen Anschauungsmaterialien und Demonstrationsobjekte im Besitz unserer Natur- und Vogelschutzgruppe waren schon sehr bald nach unserer „Wiederbelebung“ in 1973 und der damit verbundenen aktiven Arbeit zu einem richtig großen Bestand angewachsen. Sowohl für eigene Ausstellungen und Veranstaltungen als auch für die Teilnahme bei Ausstellungen befreundeter Naturschutzgruppen sowie für eine aktive Öffentlichkeitsarbeit waren zahlreiche beeindruckende Objekte entwickelt worden – vor allem unterschiedliche Nistkastenmodelle und Ausstellungsposter. Sie sollten fortan nicht nur einer einmaligen Verwendung dienen.
Außerdem war systematisch eine Präparatesammlung aufgebaut worden. Sie war zunächst in Privaträumen von Vorstandsmitgliedern untergebracht, hatte aber schnell einen derart großen Umfang angenommen, dass eine vernünftige Lösung für ihre fach- und sachgerechte Unterbringung gefunden werden musste.
Eine vielversprechende Möglichkeit ergab sich, nachdem der von der evangelischen Kirchengemeinde zeitweise als Freizeitraum für Jugendliche zur Verfügung gestellte Kellerraum im Dorfgemeinschaftshaus Bindsachsen (ehemaliges „Spritzenhaus“) seit längerer Zeit nicht mehr für diesen Zweck genutzt worden war und leerstand.
Wir beantragten daher mit Schreiben vom 20. Oktober 1979 beim Gemeindevorstand der Gemeinde Kefenrod die Nutzung dieser Räumlichkeiten als Lagerraum für unsere umfangreichen Materialien und für den Aufbau einer ständigen naturkundlichen Ausstellung. Am 12. November 1979 erhielten wir eine entsprechende Genehmigung. In den folgenden Monaten renovierten wir den Kellerraum grundlegend und richteten ihn nach unseren Vorstellungen ein. Am 29. Juni 1980 eröffneten wir dann in diesem Raum die bislang erste ständige naturkundliche Ausstellung im Wetteraukreis.
In der Folgezeit wurde über dieses beispielgebende Projekt vielfach in verschiedenen Zeitungen berichtet. Die Ausstellung fand sowohl bei den Bewohnern unserer eigenen Gemeinde große Resonanz und wurde auch von zahlreichen auswärtigen Interessenten (Naturschutzgruppen, Jugendgruppen, Schulklassen, Kindergartengruppen, Einzelpersonen) besucht.
Allerdings wurde auch dieser Raum im Lauf der nächsten 10 Jahre wiederum zu klein, so dass wir erneut auf der Suche nach zusätzlichen Räumlichkeiten waren.Glücklicherweise bot sich auch dieses Mal eine günstige Gelegenheit: der große Schulsaal im Obergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses wurde nicht mehr für diesen Zweck genutzt, so dass wir im Februar 1989 den Antrag auf zukünftige Nutzung stellten.
Eine wichtige Zielsetzung war, ein Informationszentrum einzurichten, in dem sich jeder Bürger und vor allem Schüler entsprechend informieren können.Mit Schreiben vom 09. April 1991 erhielten wir dann das lange ersehnte „grüne Licht“. Eine finanziell sehr aufwendige und vor allem eine sehr arbeitsintensive Renovierung des Raumes aus eigenen Kräften folgte. Schließlich konnte – symbolisch zum 30jährigen Bestehen der Gruppe – am Sonntag, den 17. Oktober 1993, die damals bis heute einzige ständige naturkundliche Ausstellung im Wetteraukreis gemeinsam mit unserem ebenfalls neu eingerichteten Waldlehrpfad eingeweiht werden
Unsere Naturkundliche Ausstellung bietet heute auf etwa 75 Quadratmetern Fläche eine hoch beeindruckende Vielfalt herausragender Objekte und Präparate:
in mehreren Vitrinen nachgebaute Lebensräume mit einer riesigen Menge (aktuell ca. 300) von passend zugeordneten Tier- und Vogelpräparaten
eine reichhaltige Umweltbibliothek (viele Bildbände, Sachbücher und Bestimmungsliteratur)
eine Steine- und Mineraliensammlung
eine Nestersammlung heimischer Vogelarten
eine umfangreiche Flechtensammlung
zahlreiche Bilder, Poster und Schautafeln mit naturkundlichen Inhalten
beeindruckende Amphibienschaukästen
eine umfangreiche Diasammlung einschließlich Projektionsgeräten
vielfältiges Informationsmaterial
Demonstrationsmodelle verschiedener Nisthilfen (nach wie vor im Keller des DGH)
eine Sitzgruppe mit Tischen und Stühlen als Arbeitsplätze in der Jugend- und Erwachsenenbildung.
Unser Naturkundliches Informationszentrum wurde seit seiner Eröffnung 1993 – ganz so wie erwartet und erhofft – stark frequentiert.
Gewinn bei der Umweltlotterie Genau von Lotto Hessen
Freudige Gesichter gab es bei den Vorstandsmitgliedern der NABU Gruppe Bindsachsen. Denn bei der Umweltlotterie Genau von Lotto Hessen wurden sie als Gewinner-Projekt ausgewählt. Vorsitzender Alfred Leiß hatte die Bewerbung abgeschickt und damit den naturkundlichen Ausstellungsraum, der in der alten Schule beheimatet ist, ins Rennen gebracht. Der Gewinn von 500 Euro soll für eine neue LED-Beleuchtung verwendet werden. Seit fast 30 Jahren gibt es diese außergewöhnliche Ausstellung, die im Wetteraukreis wohl einmalig ist. Davon konnte sich nun auch Jochen S. , Redakteur beim Hessischen Rundfunk überzeugen, der zu Filmaufnahmen nach Bindsachsen kam. Möglichst viele Fernsehzuschauer sollten einen Einblick in das Wirken der engagierten Naturschützer bekommen. Jeweils am Freitag wird eines der Gewinner-Projekte in der Sendung "alle Wetter" vorgestellt. Mehr als zweieinhalb Stunden nahm sich der HR-Mitarbeiter Zeit für die ausgestopften Tiere und Alfred Leiß konnte zu jedem eine kleine Geschichte erzählen. Auch Armin Jäkel, Jürgen Kleer und Britta Groth standen für kurze Interviews bereit.
Autorin
Britta Groth


